Bild: Pixabay, Smaragd
Bild: Pixabay, Smaragd

Pflegekasse versäumt die Umstellung auf Pflegegrad 1

 

Ein relativ junger Mann erleidet einen Fahrradunfall mit schwerem Schädel-Hirn-Trauma, die Ehefrau stellt 2010 Antrag auf Pflegegrad. Der Antrag wird abgelehnt, jedoch wird im Gutachten damals bereits festgehalten, dass eine „erheblich eingeschränkte Alltagskompetenz“ besteht. Der Mann kann lediglich für wenige Wochenstunden in einer Behindertenwerkstätte arbeiten und benötigt viel Beaufsichtigung und Anleitung in allen Lebensbereichen. Erst im Jahr 2014 wird die Pflegegrad 1 und damit verbunden auch Geld- und Sachleistungen für die Betroffenen eingeführt. Die Ehefrau beschliesst aufgrund der veränderten Gesetz schliesslich im Jahr 2017 nochmal einen Neuantrag auf Pflegegrad zu stellen, lässt sich aber von uns vorher beraten. Im Rahmen dieser Beratung überprüfen wir auch das alte Gutachten von 2010. Der Rest geht dann schnell und unkompliziert: Ein Anruf bei der Kasse genügt, nach dem Gutachten von 2010 hätte die Pflegekasse den Betroffenen automatisch ab 1.1.2012 in die PG 1 überführen und monatlich 125,- € Pflegegeld bezahlen müssen. Und auch wenn nach wie vor die Voraussetzungen für eine Pflegegrad 2 nicht erfüllt sind, erhält der Versicherte eine Nachzahlung von über 3000,-, ebenfalls nach einer Beratung, für die 50,- eingesetzt wurde.

Immer wieder stolpern wir über solche Fälle.